Der Tagesablauf
Kein Tag wie der andere
Jeder Lernpartner arbeitet in verbindlichen Präsenzzeiten. In diesen Zeiten ist er entweder im Input, im Lernatelier, im Coachinggespräch mit seinem Lernbegleiter, in einer der Werkstätten oder zu besonderen Lernanlässen außerhalb des Schulgeländes. Die Präsenzzeit der Lernpartner beginnt in der Regel morgens um 8.15 Uhr und endet in der Primarstufe um 15.30 Uhr und in der Oberstufe um 15.45 Uhr. Die dreiviertel Stunde vor Beginn der Lernarbeit ist als flexible Ankunftszeit gestaltet. So haben die Lernpartner zunächst Gelegenheit, sich untereinander über Neuigkeiten auszutauschen und auf die Lernarbeit vorzubereiten.

Freie Stillarbeit und vernetzter Unterricht
Der Vormittag ist für die Pflichtteile des Lernens reserviert, die zu einem großen Teil durch die Lehrpläne des Landes Baden-Württemberg vorgegeben sind. Die Nachmittage sind hingegen in einer Clubstruktur gestaltet. Hier erarbeiten sich die Lernpartner im Rahmen eines Clubangebotes (z.B. «Club der Forscher») die Lernziele des Bildungsplanes, ergänzt durch die eigenen Ziele des jeweiligen Clubs.

Die Morgenstruktur beginnt mit einem «Input» von maximal 30 Minuten Dauer. Dieser soll dem Lernpartner den Zugang zum Thema erschließen.

Der Input besteht in der Regel aus fünf Phasen:
1. Feedback:
Im Rahmen einer kurzen Lernzielkontrolle reflektiert der Lernpartner seinen aktuellen Wissensstand bei einem bestimmten Thema.
2. Zielbekanntgabe:
Im Gespräch mit dem Lernbegleiter vereinbart er – darauf aufbauend – sein nächstes Lernziel, welches ihm durch den Bildungsplan vorgegeben wird.
3. Faszinationsphase:
Hier berichtet der Lernbegleiter im Zusammenhang mit den zu erreichenden Zielen etwas von seiner eigenen Faszination für dieses Gebiet. Diese Faszination soll den Lernpartner zu selbst motiviertem, eigenen Tun im Lernatelier anregen.
4. Anregungsphase:
Der Lernbegleiter zeigt dem Lernpartner zwei bis drei Möglichkeiten, wie die Ziele zu erreichen wären. Dazu stellt er die Materialien und Lerneinheiten bereit.
5. Planungsphase:
Der Lernpartner plant, wann und wie lange er mit wem an den Zielen arbeiten möchte und notiert dies in seinem Lerntagebuch.

Im Lernatelier entwickeln die Lernpartner auch soziale Fertigkeiten – Rücksicht, Kooperation, Verantwortung und Kommunikation. In der Gruppe kommt die Vielfalt der Talente und der Eigenschaften aller Mitwirkenden zum Tragen. Dies eröffnet jedem Einzelnen die Chance, voneinander zu lernen und die gegenseitige Achtung auf natürliche Weise zu verinnerlichen. Die Lernbegleiter beobachten und moderieren diesen Prozess. Sie beraten und geben Unterstützung, wo dies erforderlich ist oder wo die Lernenden die Unterstützung einfordern.

Die einzelnen Themenkreise des Vormittags werden durch ausreichend lange Erholungspausen voneinander getrennt.
Das gemeinsame Mittagessen der Lernpartner und Lernbegleiter in der Mensa ist für die Lernfamilie beziehungsweise das Lernteam von zentraler Bedeutung. Hier werden in besonderem Maße soziale und kulturelle Fertigkeiten entwickelt. Jeweils ein Lernpartner leitet das Essensritual als Tafelmeister und trägt damit für eine rücksichtsvolle Esskultur Verantwortung. Die gesunde und ausgewogene Ernährung ist uns ein großes Anliegen.

Der Nachmittag: Willkommen im Club!
Die Lernarbeit des Nachmittags ist als Clubstruktur angelegt. Innerhalb eines Clubs bieten die Lernbegleiter die Inhalte des Bildungsplans vernetzt an, sodass sie zwar zielorientiert sind, jedoch fächerübergreifend in Sinneinheiten vermittelt werden. Mögliche Clubangebote der Sekundarstufe sind beispielsweise der English- Club («Kein deutsches Wort im Club»), der Club der Ökonomen («Wie funktioniert die Wirtschaft?»), der Club der Forscher («Was die Welt im innersten zusammen hält») oder der Künstler-Club («Auf den Spuren der Alten Meister»).

Projektwochen
Wenn sich die Neugier auf ein Thema konzentriert
Neben der Lernarbeit nach dem Inputplan werden in jedem Trimester eine oder mehrere Wochen für Projekte reserviert. Diese Projektwochen sind eine Zäsur des Lernalltags, die auch als mehrwöchiger Auslandaufenthalt verbracht werden können. Sie geben den Lernpartnern Raum, um ein ausgewähltes Thema intensiv und umfassend zu erarbeiten.

Die Themen der dabei erarbeiteten Projekte folgen den Interessen der Lernpartner. Sie ergeben sich aus aktuellen Anlässen, aus dem Jahreskreis oder einem Jahresthema und werden fächerübergreifend erarbeitet. Ein Projekt beinhaltet alle Phasen von der Planung über die Durchführung bis zur Präsentation. Die Heranwachsenden recherchieren das Thema, sie lesen, gliedern und schreiben. Das gesamte Vorgehen ist ziel- und lösungsorientiert. Abschließend präsentieren die Lernpartner ihre Arbeit.