Eine «Schule der Gewinner»
Jeder junge Mensch soll die Freie Schule Anne-Sophie
als Gewinner verlassen. Diese Zielsetzung der Schulgründerin
Bettina Würth prägt die Arbeit der Lernpartner
und Lernbegleiter.
Eine wichtige Voraussetzung ist die Förderung jedes Lernpartners von seiner individuellen Ausgangslage her. Dies bedeutet beispielsweise, dass jeder Lernpartner sich wie ein «Lernunternehmer» verhält, also selbst Verantwortung für seinen Lernweg erkennt und akzeptiert. Basis hierfür ist die gemeinsame Überzeugung, dass jeder dieses Ziel auch erreichen kann. Darum machen wir uns einen Satz des Philosophen Ernst Bloch zueigen: «Wir müssen ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern.»
Nicht Selektion und Benotung bestimmen den Schulalltag. Die Lernarbeit konzentriert sich vielmehr auf Entwicklung der individuellen Stärken und die Stärkung der weniger gut ausgeprägten Fähigkeiten. Jeder Lernpartner dokumentiert seinen Lern- und Lebensweg, sodass er jederzeit über seine Erfolge berichten kann. Er weiß, dass der Lernbegleiter ihm zur Verfügung steht und der Hüter der Lernumgebung ist.
Gerade die weniger gut entwickelten Fähigkeiten sind häufig nicht unbedingt in der Persönlichkeit des jungen Menschen begründet, sondern ein Hinweis auf Hürden im Lernprozess oder Fehler in der Methodik. Indem die Lernpartner die Initiative und die Verantwortung für ihren Lernweg übernehmen, eröffnen sie sich selbst einen Ausweg. Die Lernbegleiter beobachten diesen Prozess und bieten Unterstützung an, wo die Lernpartner diese erbitten.
Das pädagogische Konzept der Freien Schule Anne-Sophie hat seine wissenschaftlich begründeten Wurzeln in der themenzentrierten Interaktion der Psychotherapeutin und Pädagogin Ruth Cohn. Darüber hinaus orientiert es sich an den Erfahrungen des Schweizer Pädagogen und Schulgründers Peter Fratton.